Kirche in Uruguay – ein Überblick

13. August 2018

Uruguay, für uns ein fernes Land; halb so groß wie Deutschland, aber nur 3,2 Mio. Einwohner; 45 % der Bevölkerung ist katholisch.

Ein Freund unseres Pfarrers lebt und arbeitet als Geistlicher seit mehreren Jahren in Uruguay. Er war zu Besuch in St. Benno und so wurde sehr kurzfristig ein Gemeindeabend anberaumt. Trotz dieses spontanen Termins waren sehr viele interessierte Gemeindemitglieder erschienen und der Bennosaal konnte sie kaum fassen. Pfarrer dr. Jarosław Przeździecki Informierte über den Zustand der katholischen Kirche in diesem südamerikanischen Staat. Seine Informationen, die interessiert aufgenommen wurden, waren ernüchternd. Die Kirche hat einen sehr schweren Stand. Der Laizismus scheint stärker als in Frankreich ausgeprägt zu sein, in der Öffentlichkeit ist Christsein eigentlich unerwünscht. Die Familien lassen ihre Kinder taufen, dann aber verliert sich zu einem großen Teil die Bindung zur Kirche. Kommunionkindern müssen Kreuzzeichen, Gebete und viele andere für uns selbstverständliche Glaubenszeichen erst beigebracht werden – ein weites Feld für pastorale Arbeit und Seelsorge.

Der sonntägliche Kirchenbesuch liegt bei ca. 2%. Pfarrer Przeździecki verwies eindrucksvoll auf die Herausforderungen an die katholische Kirche und deren Verantwortliche, er beantwortete gern viele Fragen der Anwesenden. Oft riefen seine Erzählungen Erstaunen und so manches mal auch Kopfschütteln hervor, zumal 85% der Einwohner Nachfahren europäischer, damit überwiegend christlicher Einwanderer sind.

Mit einem kleinen Imbiss und vielen Gesprächen der Zuhörer klang der Abend aus. Nachdenklichkeit über den Zustand der Kirche weltweit machte sich breit.

Der große Applaus zeigte , dass auch in unserer Gemeinde umfassendes Interesse an Kirche am anderen Ende der Welt besteht. Herrn Pfarrer Przeździecki galt unsere herzlicher Dank für seinen Vortrag und dass dieser Gemeindeabend möglich wurde.

Heinz Kliemann